Tipps für mehr Gelassenheit im Schulalltag

Homeschooling, Wechselunterricht und Maskenpflicht – dass der derzeitige Schullalltag von vielen Kindern und Jugendlichen als sehr anstrengend und belastend empfunden wird, lässt sich gut nachempfinden. Der Aufgaben- und Noten-Marathon, den Schülerinnen und Schüler derzeit zu spüren bekommen, schlägt sich bei vielen auf ihrer emotionalen Gesundheit nieder. Kaum verwunderlich, dass der Anteil psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout bei Kindern um rund 30 Prozent gestiegen ist. „Dabei ist es so wichtig, den Schulstress mit den Kindern gemeinsam abzubauen, um Stress-Symptome wie Kopf- und Bauschmerzen, Schlafprobleme oder Appetitlosigkeit in Folge der Überforderung gar nicht erst entstehen zu lassen“, weiß Prof. Dr. Julia Knopf. Doch was hilft gegen Schulstress wirklich? „Jedes Kind ist anders. Ein Patentrezept für Stressabbau gibt es nicht. Was es allerdings gibt, sind eine Menge nützlicher Tipps, die für mehr Gelassenheit im Schulalltag sorgen können“, fügt die Expertin für digitale Bildung hinzu.  

 

  • Erwartungen überprüfen 

Meist ist Stress das Ergebnis übersteigerter Erwartungen. Geben Sie ihrem Kind die Zeit, die es braucht. Jeder lernt anders und benötigt unterschiedlich viel Zeit dafür. Unterlassen Sie Fragen wie „Wie ist die Arbeit ausgefallen und wie haben andere bei der Leistungsüberprüfung abgeschnitten?“, die nur auf einen sozialen Vergleich abzielen. Überprüfen Sie stattdessen Ihre eigenen Erwartungshaltungen und bauen Sie keinen weiteren Druck auf.   

 

  • Loben statt tadeln 

Das Ritual der  „Warmen Dusche“  ist inzwischen weit verbreitet und findet in vielen Schulen bereits vielfach Anwendung. Bestärken Sie Ihr Kind regelmäßig in den Dingen, die es bereits gut kann und loben Sie es für dafür, statt es für Misserfolge zu kritisieren. Das stärkt den Selbstwert und führt gleichzeitig zu einer höheren Lernmotivation. 

 

  • Über Stress sprechen 

Wer über Stress spricht, hat oft Angst, von anderen als schwach angesehen zu werden. Genau das Gegenteil ist der Fall! Es ist wichtig und richtig, frühzeitig über das eigene innere Empfinden zu sprechen und Überforderung klar anzusprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ihren eigenen Stress und zeigen Sie Wege auf, wie es Ihnen gelingt, ihn zu bewältigen. Bei jüngeren Kindern kann ein Stress-Ampelsystem helfen, um die eigene innere Verfassung zu veranschaulichen. Auch ein Stress-Tagebuch kann helfen, das Stressempfinden von Kindern über einen längeren Zeitraum zu beobachten. 

 

  • Qualitätszeit und Ausgleich schaffen 

Wer lernt, braucht einen Ausgleich, um abschalten zu können. Sei es durch Sport, Musik oder sonstige Freizeitbeschäftigungen. Je nach eigenen Bedürfnissen können auch eine progressive Muskelentspannung, Meditationen, Yoga oder Fantasiereisen einen wesentlichen Beitrag für mehr Entspannung und Ausgeglichenheit im Schulalltag leisten. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind neben Lernzeit ausreichend Qualitätszeit für eigene Freizeitunternehmungen hat, um zur Ruhe zu kommen. 

© Prof. Dr. Julia Knopf, Jannick Eckle